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Uta Biermann, Netzwerk FrauenZeiten

Das Netzwerk FrauenZeiten schlägt vor, einen Fond "FrauenZeiten" einzurichten, mit dem vorliegende Studien und Modellprojekte aus dem Bereich Frau und Beruf und Arbeitszeit vergleichend analysiert werden.

In den letzten Jahren gab es auf Bundes- und Länderebene eine Vielzahl von Untersuchungen und Modellprojekten, die sich mit der Frage von Vereinbarkeit von Beruf und Privatbereich für Frauen, neukonzipierten Arbeitszeitstrukturen, Wiedereingliederungsmaßnahmen für Frauen nach der Familienphase, Schaffung von Arbeitsplätzen durch flexible Arbeitszeiten u.ä. beschäftigt haben. Diese Modellprogramme stellen exemplarische Feldexperimente dar und wurden meistens wissenschaftlich begleitet, um die Erfahrungen unter dem Aspekt der Übertragbarkeit zu analysieren und dokumentieren. Obwohl es mittlerweile eine ganze Reihe von Teilzeitansätzen gibt, steht Deutschland in Sachen Teilzeit und Frauenerwerbsquote insgesamt in Europa auf einem der hinteren Ränge.

Wir fordern die zahlreichen und verschiedenartigen Projekte einem "Monitoring - Verfahren" zu unterziehen. Diese besonders auf europäischer Ebene entwickelte Form der Evaluation beinhaltet eine zusammenfassende Darstellung und Bewertung des jeweiligen Forschungsstandes. Hierbei werden keine neuen Projekte initiiert, sondern es ist Ziel, schon durchgeführte und jeweils einzeln ausgewertete Vorhaben einer vergleichenden Analyse zu unterziehen. Dabei wird auf der Basis der verfügbaren Materialien und Ergebnisse über den Weg einer zusammenführenden Analyse zunächst eine Beschreibung des Ist-Zustands bezüglich einer Problemlage und möglicher Veränderungsansätze geleistet. Diese Berichte können in pointierter Form eine Grundlage für politische und administrative Entscheidungen liefern. 
Uns erscheint dabei vonnöten, Modelle aus dem Bereich Arbeitszeit auf ihre frauenspezifischen Implikationen und Studien aus dem Bereich Frau und Beruf stärker auf ihre arbeitsmarktpolitischen Implikationen zu untersuchen.
Wir streben daher die Einrichtung einer Stelle an, die sich genau diesem Vorhaben widmet. Zu deren Aufgabe gehört die Sichtung der vorliegenden Studien, eine Bewertung und eine Verknüpfung der verschiedenen Diskussionsorte in Politik, Wissenschaft und Arbeitswelt. 


Prof.Dr.M.-E.Karsten, Universität Lüneburg, undFrauenbeauftragte der Universität

U. Mascher, parl. Staatsekretärin im Bundesministerium für Arbeit

M. Mönig-Raane,
stellv. Bundesvorsitzende ver.di

U. Hauffe,
Beauftragte für Frauen des Landes
Bremen

M. Steenweg,
hotline Telemarketing,
Buchholz i.d.N.